Die Geschichte
Die Entstehung des Meggener Erzlagers
Vor ca. 370 Mio Jahren gelangten heiße, metallhaltige, wässrige Lösungen aus dem Erdinneren über Spalten in das Meggener Becken mit einer Ausdehnung von ca. 3 x 3km und bildeten dort das Erzlager:
Schwefelkies (FeS2) mit Zinkblende (ZnS) und Bleiglanz (PbS) im Zentrum und am Rande umgeben von Schwerspat (BaSo4).
Ein Modell der später durch gewaltige Erdkräfte aufgefalteten Lagerstätte befindet sich im "Bergmannstreff"
Schwefelkies und Schwerspat als Rohstoffe für die chemische Industrie
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der chemischen Industrie Schwefelsäure benötigt, für deren Herstellung Schwefelkies als Rohstoff diente. So konnte sich ab 1852 in Meggen und Halberbracht der Abbau dieses Erzes entwickeln.
Auch für den Meggener Schwerspat gab es ab 1890 Verwendung. Der Chemiker Dr. Rudolf Sachtleben produzierte in Duisburg-Homberg eine weiße Farbe (Lithopone) aus Bariumsulfat (Schwerspat) und Zinksulfid. Beides war in der Meggener Lagerstätte vorhanden.
Meggen- ein kriegswichtiger Betrieb
In den beiden Weltkriegen benötigte man Schwefelkies für die Produktion von Schwefelsäure. Durch zusätzlichen Einsatz von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen wurde 1943/44 die Belegschaft auf über 4.000 Mann und damit die Fördermenge von Schwefelkies auf mehr als 1 Mio Tonnen im Jahr erhöht.
Meggen als Metallerzgrube von 1963 bis 1992
Ende der 1950er Jahre ging der Absatz von Schwefelkies erheblich zurück, weil Schwefel als Abfallprodukt bei der Raffination von Erdgas anfiel. Darum erfolgte 1962/63 in Meggen ein wichtiger Strukturwandel. In einer neuen Flotationsanlage konnten seitdem die mit dem Schwefelkies sehr fein verwachsenen Zink- und Bleisulfide zu Konzentraten angereichert und an die Metallhütten verkauft werden. Das Zinkkonzentrat erbrachte den höchsten Erlös.
Der durch die Flotation angereicherte Schwefelkies (auch Pyrit genannt) wurde täglich in einem Sonderzug zur Schwefelsäureanlage von Sachtleben Chemie nach Duisburg- Homberg transportiert. Leider ging der Zinkgehalt im Roherz, der zunächst bei 10% lag, mit zunehmender Tiefe der Lagerstätte laufend zurück.
1992 enthielt das anstehende Erz nur noch weniger als 6% Zink, so dass ein wirtschaftlicher Bergbau nicht mehr möglich war. Am 31. März 1992 wurde in Meggen die letzte Arbeitsschicht gefahren. Die Vorräte von Schwerspat waren bereits im Jahre 1977 erschöpft.
Die Abbauverfahren
Die Entwicklung der Arbeitsmethoden von der schweren Handarbeit mit Kratze und Trog sowie dem Herstellen der Sprenglöcher mit Schlagbohrern bis zur modernen Gleislostechnik mit dieselbetriebenen Fahrzeugen wird ausführlich dargestellt. Da solche Großgeräte nicht mehr im engen Schacht 550m tief transportiert werden konnten, wurde eigens eine nach unten geneigte Strecke- die Walther-Rampe - mit einem Gefälle von 1:8 und einem großen Querschnitt hergestellt. Mit einer Länge von rund 5km war dies einzigartig im deutschen Bergbau.
Die Aufbereitungstechnik und die Weiterverarbeitung der Meggener Produkte
Um das geförderte Erz verkaufen zu können, musste es in den Aufbereitungsanlagen angereichert und zu Konzentraten sortiert werden. Die Prinzipien der angewandten Verfahren, der "Schwimm- und Sinkscheidung" sowie des "Flotationsverfahrens", werden verständlich erklärt.
Wer an chemischen Prozessen besonders interessiert ist, findet Informationen über die Herstellung von Schwefelsäure, Zink- und Bleimetall sowie des Weißpigments Lithopone aus den Meggener Produkten.

